
Es ist Sonntagabend, du sitzt auf der Couch, und dein Handy vibriert: Eine Kundin schreibt, ihre Website sei nicht erreichbar. Du checkst – stimmt, der Server hängt. Seit wann? Keine Ahnung. Vielleicht seit fünf Minuten, vielleicht seit fünf Stunden. Und du erfährst es durch eine genervte Nachricht statt durch ein Monitoring-System. Das wirkt unprofessionell – und ist völlig vermeidbar.
Uptime Kuma ist ein kostenloses, quelloffenes Monitoring-Tool, das deine Websites, APIs und Services überwacht und dich sofort benachrichtigt, wenn etwas ausfällt. Keine Lizenzkosten, keine Limits bei der Anzahl der Monitore und eine Oberfläche, die so gut aussieht, dass du sie auch deinen Kunden zeigen kannst.
Das Wichtigste in Kürze
- Uptime Kuma überwacht Websites, APIs, Server und Dienste und benachrichtigt dich bei Ausfällen – per E-Mail, Telegram, Slack, Mattermost oder einem von über 90 Benachrichtigungsdiensten.
- Die Software ist komplett Open Source – es gibt keine versteckten Limits.
- Du bekommst Status-Seiten, die du mit Kunden teilen kannst oder auf deiner Webseite verlinken kannst.
- Unterstützt HTTP(S), TCP, Ping, DNS, Docker-Container, Datenbanken und mehr.
- Lässt sich in Minuten aufsetzen – als Managed Service bei server.camp sogar ohne eigenen Server.
Warum Monitoring kein Luxus ist
Monitoring klingt nach Konzern-IT mit eigenem Betriebsteam – dabei profitieren gerade kleine Teams davon: Wenn du nicht rund um die Uhr vor dem Bildschirm sitzt, brauchst du ein System, das es für dich tut.
Ausfälle kosten Geld und Vertrauen. Wenn der Onlineshop deines Kunden drei Stunden offline ist und du es nicht merkst, ist das mehr als ein technisches Problem – es ist ein Vertrauensverlust. Mit Monitoring erfährst du von Ausfällen in Sekunden statt in Stunden und kannst reagieren, bevor der Kunde es überhaupt bemerkt.
Monitoring hilft beim Vorbeugen. Uptime Kuma zeigt dir nicht nur, ob ein Dienst online ist, sondern auch die Antwortzeiten im Zeitverlauf. Wenn die Antwortzeit deiner API langsam steigt, siehst du das im Dashboard – und kannst handeln, bevor es zum Ausfall kommt.
Transparenz für Kunden. Mit öffentlichen Status-Seiten zeigst du deinen Kunden proaktiv, dass ihre Dienste laufen. Das ist professionell und erspart dir „Läuft die Website noch?“-Anfragen bei IT-Problemen des Kunden.
Was kann Uptime Kuma?
Das Prinzip ist im Kern simpel: Uptime Kuma prüft deine Dienste in festen Intervallen und gibt das Ergebnis über zwei Wege aus – Benachrichtigungen und öffentliche Status-Seiten.

Monitoring-Typen
Uptime Kuma kann deutlich mehr als nur prüfen, ob eine Website erreichbar ist:
- HTTP(S): Ist die Website erreichbar? Stimmt der Statuscode? Enthält die Antwort ein bestimmtes Keyword?
- TCP: Ist ein bestimmter Port offen? Ideal für Mailserver, Datenbanken oder eigene Dienste.
- Ping (ICMP): Reagiert der Server überhaupt?
- DNS: Liefert der DNS-Eintrag das erwartete Ergebnis?
- Docker-Container: Läuft ein bestimmter Container? Das funktioniert nur, wenn Uptime Kuma direkten Zugriff auf den Docker-Socket des Hosts hat – praktisch also nur für Self-Hoster, die Uptime Kuma auf derselben Maschine wie ihre Container betreiben. Im Managed-Setup bei server.camp läuft Uptime Kuma isoliert und kann diese Schnittstelle nicht erreichen; überwache dort laufende Dienste stattdessen klassisch per HTTP(S), TCP oder Ping.
- Datenbanken: MySQL, PostgreSQL, MariaDB, MongoDB, Redis – direkte Prüfung, ob die Datenbank antwortet.
- Weitere: gRPC, MQTT, WebSocket, Steam Game Server und mehr.
Für jede Prüfung legst du das Intervall fest (z.B. alle 60 Sekunden), die maximale Antwortzeit und nach wie vielen fehlgeschlagenen Versuchen ein Alarm ausgelöst wird.
Benachrichtigungen
Bei einem Ausfall willst du sofort Bescheid wissen – und zwar auf dem Kanal, den du tatsächlich checkst. Uptime Kuma unterstützt über 90 Benachrichtigungsdienste, darunter:
- E-Mail (SMTP)
- Telegram
- Slack und Mattermost
- Discord
- Microsoft Teams
- Twilio (SMS)
- Pushover, ntfy.sh und Gotify
- Webhooks (für eigene Integrationen)
Du kannst pro Monitor unterschiedliche Benachrichtigungskanäle konfigurieren. Website-Monitoring geht an deinen Telegram-Chat, Datenbank-Alerts ans Team in Mattermost, und der Kunde bekommt eine E-Mail – alles automatisch.
Status-Seiten
Eines der Highlights von Uptime Kuma: Du kannst beliebig viele öffentliche Status-Seiten (wie unsere Status-Webseite) erstellen, die den aktuellen Zustand deiner überwachten Dienste anzeigen. Jede Status-Seite bekommt eine eigene URL, die du mit Kunden oder Teammitgliedern teilen kannst.
Die Seiten zeigen pro Dienst den aktuellen Status (online/offline), die Verfügbarkeit der letzten Stunden und Tage als Balkendiagramm und die durchschnittliche Antwortzeit. Du kannst Dienste gruppieren (z.B. „Kunde A“, „Kunde B“ oder „Webserver“, „Datenbanken“) und die Seite mit einem eigenen Titel und einer Beschreibung versehen.
Praxis-Tipp für Agenturen: Erstelle pro Kunde eine Status-Seite und teile den Link im Kundenprojekt-Kanal. So hat dein Kunde jederzeit Transparenz über die Verfügbarkeit seiner Dienste – ohne dich fragen zu müssen.
Wartungsfenster
Server-Updates, Deployments, geplante Neustarts – nicht jeder Ausfall ist ein Problem. Mit Wartungsfenstern kannst du in Uptime Kuma geplante Auszeiten konfigurieren. Während eines Wartungsfensters werden keine Benachrichtigungen ausgelöst, und die Status-Seite zeigt den Dienst als „In Wartung“ statt als „Offline“.
Uptime Kuma vs. UptimeRobot: Warum selbst hosten?
Der bekannteste Monitoring-Dienst für kleine Teams ist wahrscheinlich UptimeRobot. Der kostenlose Plan bietet 50 Monitore – das klingt erstmal großzügig, ist aber inzwischen auf private, nichtkommerzielle Nutzung beschränkt. Für Freelancer und Agenturen, die Kundenprojekte überwachen, fängt es also beim Bezahlplan an. Dazu kommen ein paar Unterschiede, die Uptime Kuma zur besseren Wahl machen:
| Uptime Kuma | UptimeRobot (kostenlos) | |
|---|---|---|
| Monitore | Unbegrenzt | 50 |
| Prüfintervall | Ab 20 Sekunden | 5 Minuten |
| Status-Seiten | Unbegrenzt | 1 |
| Datenhoheit | Eigener Server / EU | US-Server |
| Docker-Monitoring | Ja (nur Self-Hosting) | Nein |
| Datenbank-Monitoring | Ja | Nein |
| Kosten | Kostenlos | Kostenlos, nur privat (Solo ab 9 $/Monat) |
Der größte Vorteil: Bei Uptime Kuma gibt es keine künstlichen Limits. Du brauchst 200 Monitore? Kein Problem. Prüfung alle 30 Sekunden, zehn Status-Seiten für zehn Kunden? Auch kein Problem.
Ein typisches Setup für eine Agentur
Hier ein konkretes Beispiel, wie du Uptime Kuma als Freelancer oder Agentur einsetzen kannst:
Schritt 1: Kunden-Websites überwachen. Für jede Kunden-Website legst du einen HTTP(S)-Monitor an. Prüfintervall: 60 Sekunden. Bei Ausfall: Benachrichtigung an dich per Telegram oder E-Mail und an den Kunden per E-Mail.
Schritt 2: Eigene Infrastruktur überwachen. Dein Mailserver, dein GitLab, dein Mattermost – alles bekommt einen Monitor. Benachrichtigung nur an dich und dein Team.
Schritt 3: Status-Seiten einrichten. Pro Kunde eine Status-Seite mit den relevanten Diensten. Den Link packst du in den Retainer-Vertrag oder ins Kundenwiki.
Schritt 4: Wartungsfenster konfigurieren. Für deine monatlichen Server-Updates richtest du ein wiederkehrendes Wartungsfenster ein – z.B. jeden ersten Dienstag im Monat von 21:00 bis 22:00 Uhr.
Das ganze Setup ist in einer Stunde erledigt und läuft danach dauerhaft ohne weiteres Zutun.
Häufige Fragen zu Uptime Kuma
Ist Uptime Kuma wirklich komplett kostenlos?
Die Software ja – MIT-Lizenz, keine Limits. Was du brauchst, ist ein Server, auf dem sie läuft: entweder selbst betrieben oder als Managed Uptime Kuma, bei dem wir uns um Betrieb und Updates kümmern.
Wie viele Monitore und Status-Seiten sind möglich?
Unbegrenzt. Anders als bei vielen SaaS-Diensten gibt es keine künstlichen Obergrenzen – egal ob 10 oder 300 Monitore.
Wie schnell erfahre ich von einem Ausfall?
Du legst das Prüfintervall selbst fest, ab 20 Sekunden. Die Benachrichtigung geht dann sofort über deinen gewählten Kanal raus – von E-Mail über Telegram bis Mattermost stehen über 90 Dienste zur Wahl.
Kann ich meinen Kunden eine Status-Seite zeigen?
Ja. Öffentliche Status-Seiten mit eigener URL sind eingebaut – ideal, um Verfügbarkeit transparent zu machen, ohne dass jemand nachfragen muss.
Fazit: Wissen, bevor der Kunde anruft
Fehlendes Monitoring fällt oft erst auf, wenn der erste Ausfall schon passiert ist. Uptime Kuma macht es dir vergleichsweise einfach, das zu ändern – ohne Lizenzkosten, ohne Abo, ohne Limits. So erfährst du von Ausfällen in der Regel, bevor deine Kunden es tun.
Wenn du gerade deinen Tool-Stack aufbaust, gehört Monitoring von Anfang an dazu – genau wie ein durchdachtes IT-Setup für dein Startup insgesamt.