Docmost – die Open-Source-Alternative zu Notion und Confluence

31. Juli 2026 · 5 Min. · Tobi

Vier Kolleg:innen bei der Zusammenarbeit am Bildschirm – Docmost als kollaborativer Open-Source-Workspace

Notion und Confluence sind schön zu bedienen – bis zwei Dinge passieren: Die Rechnung wächst mit jedem neuen Teammitglied, und irgendwann fällt auf, dass alle Inhalte in der Cloud eines US-Anbieters liegen. Für datenschutzsensible Branchen ist das ein Problem, für knappe Budgets auch.

Die naheliegende Frage: Gibt es die tollen Features und die gute UX von Notion – der Block-Editor, das gemeinsame Tippen in Echtzeit, die aufgeräumte Oberfläche – auch self-hosted und quelloffen? Docmost ist genau dieser Versuch. Und er gelingt erstaunlich gut.

Das Wichtigste in Kürze

  • Docmost ist ein open-source Wiki bzw. ein kollaborativer Workspace im Stil von Notion und Confluence – mit Block-Editor und Echtzeit-Bearbeitung.
  • Kernfunktionen: Spaces für getrennte Bereiche, verschachtelte Seiten, Kommentare, Erwähnungen, Volltextsuche und eingebettete Diagramme (draw.io, Excalidraw, Mermaid).
  • Docmost ist ein junges Projekt (erste Version 2024), entwickelt sich aber schnell und ist für den Alltag bereits gut brauchbar.
  • Der Kern ist quelloffen (AGPL). Einige Funktionen – etwa SSO, der Confluence-Import und die KI-Features – gehören zur kostenpflichtigen Business-Edition.
  • Der große Vorteil gegenüber Notion und Confluence: Datenhoheit, EU-Hosting und keine Kosten pro Kopf – bei vergleichbarem Bedienkomfort.

Was ist Docmost?

Docmost, vollständig in TypeScript geschrieben, ist eine noch vergleichsweise junge Software – die erste Version erschien 2024 –, hat sich aber schnell eine wachsende Community erarbeitet. Es positioniert sich klar als Open-Source-Alternative zu Confluence und Notion und fühlt sich im Browser auch so an: ein moderner Block-Editor, in dem du per Slash-Befehl Überschriften, Listen, Tabellen, Code-Blöcke oder Callouts einfügst, und mehrere Personen können gleichzeitig auf derselben Seite arbeiten – mit sichtbaren Live-Cursorn.

Dass das Projekt noch vor Version 1.0 steht, sollte dich nicht abschrecken: Es wird aktiv und regelmäßig weiterentwickelt, und die Kernfunktionen sitzen. Die Oberfläche gibt es in über zehn Sprachen, Deutsch inklusive.

Docmost: Persönliches Dashboard mit Übersicht über Spaces und zuletzt bearbeitete Seiten

Kernfunktionen im Überblick

  • Block-Editor à la Notion: Inhalte bestehen aus Blöcken, die du frei anordnest – Text, Tabellen, Bilder, Code, mathematische Formeln, Erwähnungen per @.
  • Echtzeit-Kollaboration: Mehrere Personen bearbeiten dieselbe Seite gleichzeitig, Änderungen erscheinen sofort.
  • Spaces: getrennte Bereiche pro Team, Projekt oder Abteilung – mit eigenen Mitgliedern und Rechten.
  • Verschachtelte Seiten: Seiten lassen sich beliebig tief ineinander verschachteln, so entsteht eine natürliche Gliederung.
  • Kommentare und Erwähnungen für die Abstimmung direkt am Inhalt.
  • Volltextsuche, Datei-Anhänge, Versionsverlauf und öffentliches Teilen einzelner Seiten.
  • Diagramme eingebaut: draw.io, Excalidraw und Mermaid lassen sich direkt einbetten.

Blockbasierter Editor mit Slash-Befehl zum Einfügen von Bildern, Tabellen, Code und mehr

Docmost vs. Notion und Confluence

Notion und Confluence sind ausgereifte Produkte mit jahrelangem Vorsprung. In einigen Punkten merkt man das:

Wo Notion und Confluence (noch) vorne liegen:

  • Ökosystem und Integrationen: Hunderte fertige Anbindungen, Marketplace-Apps, bei Confluence die tiefe Jira-Integration.
  • Datenbanken und Ansichten: Notion ist hier der Maßstab – verknüpfte Datenbanken, viele Ansichtstypen. Docmost hat erste Schritte in diese Richtung gemacht, ist aber (noch) schlanker.
  • Vorlagen-Galerien und ausgereifte mobile Apps.
  • KI-Funktionen, die schon länger tief integriert sind.

Wo Docmost gewinnt:

  • Datenhoheit: Deine Inhalte liegen auf deinem Server oder bei einem EU-Hoster – nicht in einer US-Cloud.
  • DSGVO und EU-Hosting: im managed Setup bei server.camp EU-gehostet und DSGVO-konform.
  • Kosten: kein Preis pro Kopf. Ob 5 oder 50 Leute mitarbeiten, ändert an den Betriebskosten nichts. Auch die Business-Lizenzen für den vollen Funktionsumfang sind mit $3,50 / User / Monat preislich sehr fair!
  • Open Source und kein Lock-in: Export nach Markdown und HTML, die Daten gehören dir.
  • Das Notion-Gefühl ohne die Cloud – genau das, was Wiki.js und BookStack so nicht bieten.

Docmost, HedgeDoc, Wiki.js oder BookStack?

Bei server.camp gibt es inzwischen mehrere Open-Source-Werkzeuge fürs Wissen – und das ist keine Doppelung, sondern Auswahl. Jedes Tool hat seinen Sweet Spot:

Schaubild: Vier Open-Source-Wege zum Team-Wissen – HedgeDoc für Echtzeit-Pads, Wiki.js als Git-Wiki, BookStack für strukturierte Handbücher, Docmost für das Notion-Erlebnis

  • HedgeDoc – schnelle, gemeinsame Notizen und Protokolle in Echtzeit. Flüchtig, unkompliziert.
  • Wiki.js – klassisches Wiki mit Markdown und Git-Anbindung, wenn du Versionierung über Git schätzt.
  • BookStack – strukturierte Handbücher mit fester Hierarchie; wie das genau aussieht, zeigt unser Beitrag zu BookStack – strukturierte Doku im Buch-Format.
  • Docmost – das Notion-Erlebnis: freier Block-Editor, Echtzeit-Bearbeitung, Spaces. Der Mittelweg zwischen der Struktur-Strenge von BookStack und dem Pad-Charakter von HedgeDoc.

Open Source mit Business-Edition

Ein Punkt, der dir vor der Entscheidung bewusst sein sollte: Docmost folgt einem Open-Core-Modell. Der Kern ist unter der AGPL quelloffen und deckt den Alltag ab. Einige Funktionen sind aber der kostenpflichtigen Business-Edition vorbehalten – dazu zählen unter anderem Single Sign-On (SAML/OIDC), die LDAP-Anbindung, der dedizierte Confluence-Import, seitengenaue Berechtigungen und die KI-Suite.

Die Business-Edition startet laut Docmost-Preisseite bei rund 3,50 US-Dollar pro Nutzer und Monat (jährliche Abrechnung, ab 10 Usern) – deutlich günstiger als die pro-Kopf-Tarife von Notion oder Confluence. Für größere Organisationen gibt es darüber noch eine Enterprise-Stufe. Preise und Konditionen können sich ändern, ein Blick auf die aktuelle Seite lohnt sich.

Wenn zentrale Anmeldung per SSO für dich Pflicht ist, prüfe die Edition vorab. Für viele kleine Teams reicht der quelloffene Kern mit E-Mail-Login, Gruppen und Spaces vollkommen aus.

Häufige Fragen zu Docmost

Kann ich meine Notion-Inhalte importieren? Ja. Docmost kann Exporte aus Notion sowie Markdown- und HTML-Dateien importieren. Wie sauber komplexe Seiten übernommen werden, hängt vom Inhalt ab – plane für große Umzüge etwas Nacharbeit ein. Der dedizierte Confluence-Import gehört zur kostenpflichtigen Business-Edition.

Ist Docmost reif genug für den produktiven Einsatz? Es steht noch vor Version 1.0, wird aber aktiv gepflegt und von vielen Teams bereits genutzt. Für Wissensmanagement und Doku im Alltag ist es gut brauchbar – wie bei jedem jungen Projekt gilt: eine funktionierende Backup-Strategie ist Pflicht (im managed Setup übernimmt das server.camp).

Können mehrere Leute gleichzeitig schreiben? Ja, das ist eine Kernfunktion. Docmost synchronisiert Änderungen in Echtzeit und zeigt die Cursor der anderen an – genau wie man es von Notion kennt.

Brauche ich einen eigenen Server? Zum Selbst-Hosten ja. Alternativ buchst du Docmost als managed Service bei server.camp – EU-gehostet, mit Backups und Updates, ohne eigenen Betriebsaufwand.

Fazit

Docmost trifft einen Nerv: Es bringt das aufgeräumte, moderne Arbeitsgefühl von Notion und Confluence in die eigene Hand – quelloffen, EU-hosted und ohne Rechnung pro Kopf. Dass das Projekt jung ist und einige Funktionen der Business-Edition vorbehalten sind, sollte man wissen, ändert am guten Gesamteindruck aber wenig.

Wenn dein Team ein gemeinsames Zuhause für Wissen sucht, das sich modern anfühlt und trotzdem nicht in einer fremden Cloud liegt, ist Docmost einen ernsthaften Blick wert.

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