IT-Inventar im Griff mit Snipe-IT – Asset-Management von Anfang an

11. August 2026 · 7 Min. · Tobi

Frau macht Notizen auf einem Inventurzettel – IT-Inventar mit Snipe-IT im Griff

Weißt du gerade, wie viele Laptops dein Unternehmen besitzt? Wer welchen Monitor benutzt? Ob die Adobe-Lizenz, die seit drei Jahren läuft, überhaupt noch gebraucht wird? Und wo eigentlich der Beamer geblieben ist, den sich „jemand aus dem Vertrieb“ letzten Monat ausgeliehen hat?

Wenn du bei mehr als einer dieser Fragen zögern oder grinsen musst, bist du nicht allein. Die meisten kleinen Unternehmen, Agenturen und Vereine verwalten ihr IT-Inventar in einer Excel-Tabelle – oder gar nicht. Das funktioniert, solange das Team klein ist und jeder alles im Kopf hat. Aber spätestens wenn die erste Hardware verschwindet, eine Lizenz doppelt gekauft wird oder der Steuerberater nach einer Inventarliste fragt, wird klar: Es braucht ein System – am besten eins, das von Anfang an mitläuft.

Das Wichtigste in Kürze

  • IT-Asset-Management bedeutet, den Überblick über alle Geräte, Lizenzen und Zubehör zu behalten – inklusive Zuweisung, Standort und Lebenszyklus.
  • Snipe-IT ist ein kostenloses, quelloffenes Asset-Management-System, das genau dafür gebaut wurde.
  • Du kannst Hardware, Software-Lizenzen, Zubehör und Verbrauchsmaterial verwalten und Geräte an Personen oder Standorte ausleihen.
  • QR-Codes und Barcodes ersparen dir bei der Inventur das Abtippen von Seriennummern.
  • Besonders für Vereine ist Snipe-IT praktisch, weil sie nachvollziehen können, an wen sie was verliehen haben.

Warum du dein Inventar von Tag eins an pflegen solltest

Die typische Geschichte geht so: Ein Unternehmen gründet sich, kauft ein paar Laptops und Monitore, und alles passt in einen Schrank. Drei Jahre später sind es 40 Geräte, verteilt auf Büro und Home-Offices, dazu Lizenzen für Design-Software, Cloud-Dienste und das eine Tool, das „wir ja nur mal testen wollten“. Und die Excel-Tabelle, die irgendwann jemand angelegt hat, ist seit 18 Monaten nicht aktualisiert worden.

Nachträglich alles zu erfassen ist mühsam und fehleranfällig. Deshalb lohnt es sich, von Anfang an jedes neue Gerät und jede Lizenz direkt bei der Anschaffung zu erfassen. Das kostet pro Vorgang vielleicht zwei Minuten – und spart dir später Stunden.

Die Vorteile im Überblick:

  • Kostenkontrolle: Du siehst sofort, welche Lizenzen aktiv sind, welche ablaufen und welche ungenutzt Geld kosten.
  • Verantwortlichkeit: Jedes Gerät ist einer Person zugewiesen. Verschwindet ein Laptop, weißt du, wer ihn zuletzt hatte.
  • Sicherheit: Du erkennst auf einen Blick, welche Geräte veraltet sind und möglicherweise keine Sicherheitsupdates mehr bekommen oder aus dem Support laufen.
  • Compliance: Bei einer Betriebsprüfung oder einem Lizenz-Audit kannst du alles sofort vorlegen.

Was ist Snipe-IT?

Snipe-IT ist ein Open-Source-System zur Verwaltung von IT-Assets. Es bildet den Lebenszyklus von Geräten, Lizenzen und Zubehör ab – von der Beschaffung über die Nutzung bis zur Ausmusterung.

Die Software ist in PHP geschrieben (auf Basis von Laravel), wird komplett im Browser bedient und lässt sich entweder selbst hosten oder als managed Service nutzen – zum Beispiel bei server.camp.

Dieser Lebenszyklus sieht in der Praxis so aus:

Lebenszyklus eines Assets in Snipe-IT: von der Beschaffung über Check-out und Einsatz bis zu Rückgabe und Ausmusterung

Was du alles verwalten kannst

Assets (Geräte): Laptops, Monitore, Server, Drucker, Beamer, Smartphones, Tablets – alles, was eine Seriennummer hat. Jedes Asset bekommt einen Status (einsatzbereit, zugewiesen, in Reparatur, ausgemustert), kann einem Benutzer oder Standort zugewiesen werden und hat eine vollständige Historie.

Asset-Liste in Snipe-IT mit Gerätebild, Asset-Tag, Seriennummer, Modell, Kategorie, Status und Zuweisung je Zeile

Lizenzen: Software-Lizenzen mit Anzahl der verfügbaren Plätze, Ablaufdatum und Zuweisung an Personen. Snipe-IT warnt dich per E-Mail, wenn Lizenzen bald ablaufen.

Zubehör: Mäuse, Tastaturen, Headsets, Adapter – alles, was zu einem Gerät gehört, aber einzeln ausgegeben wird.

Verbrauchsmaterial: Druckerpatronen, Kabel, USB-Sticks – Dinge, die verbraucht werden und bei denen du den Bestand im Blick behalten willst.

Komponenten: RAM-Riegel, SSDs, Netzteile – Teile, die in Geräte eingebaut werden und einem bestimmten Asset zugeordnet werden können.

Check-out und Check-in: Ausleihe leicht gemacht

Eine der praktischsten Funktionen ist das Check-out / Check-in-System. Gibst du ein Gerät an eine Person aus, „checkst du es aus“ – es ist dann als zugewiesen markiert und kann nicht gleichzeitig an jemand anderen vergeben werden. Bei Rückgabe checkst du es wieder ein. So verhinderst du Doppelvergaben und hast eine lückenlose Ausleihe-Historie.

Optional kannst du beim Check-out eine Nutzungsvereinbarung (EULA) hinterlegen, die der Empfänger digital akzeptieren muss.

QR-Codes und Barcodes: Inventur in Minuten

Snipe-IT generiert für jedes Asset automatisch QR-Codes und 1D-Barcodes, die du direkt aus dem Browser auf Etiketten drucken kannst. Klebst du den QR-Code auf die Rückseite des Laptops und scannst ihn mit dem Handy, landest du direkt auf der Asset-Seite – mit allen Informationen, der kompletten Historie und der aktuellen Zuweisung.

Für die jährliche Inventur heißt das: Du gehst durchs Büro, scannst die QR-Codes und markierst die Geräte über die Audit-Funktion als geprüft – Snipe-IT hält fest, wann und wo jedes Gerät zuletzt gesehen wurde. Kein Abtippen von Seriennummern.

Snipe-IT im Verein: Fundus und Ausleihe verwalten

Besonders für Vereine zahlt sich Snipe-IT schnell aus. Viele haben einen beachtlichen Fundus an Equipment – Sportgeräte, Musikinstrumente, Veranstaltungstechnik, Werkzeug – Dinge, die regelmäßig an Mitglieder verliehen werden. Und genau hier beginnt das Problem: Wer hat den Beamer? Wann kommt die PA-Anlage zurück? Ist das Zelt noch komplett?

Mit Snipe-IT wird die Ausleihe transparent. Jedes Mitglied wird als Person angelegt (ein eigener Login ist dafür nicht nötig), Geräte werden per Check-out zugewiesen und per Check-in zurückgegeben. Über die Filterfunktion siehst du sofort, welche Geräte verfügbar und welche ausgeliehen sind. Und wenn nach dem Sommerfest ein Verlängerungskabel fehlt, weißt du zumindest, wen du fragen musst.

Übrigens: Wir haben das Thema Vereins-IT in einem eigenen Artikel ausführlich behandelt: Das perfekte IT-Setup für deinen Verein. Snipe-IT ergänzt dieses Setup um eine zentrale Inventarverwaltung.

Praxis: So sieht ein sinnvolles Setup aus

Du willst loslegen? Hier ein pragmatischer Ansatz für den Start:

Kategorien definieren: Lege Kategorien an, die zu deinem Unternehmen passen – z.B. „Laptops“, „Monitore“, „Netzwerk“. Weniger ist mehr: Du kannst später immer noch verfeinern.

Hersteller und Modelle pflegen: Für jeden Gerätetyp legst du Hersteller und Modell an. So siehst du sofort, wie viele Geräte eines Modells im Einsatz sind.

Benutzerdefinierte Felder: Snipe-IT erlaubt dir eigene Felder – z.B. „MAC-Adresse“ oder „Garantie bis“. Über Feldgruppen ordnest du diese bestimmten Kategorien zu.

Standorte einrichten: Bei mehreren Büros oder Lagerorten legst du Standorte an. So siehst du nicht nur, wem ein Gerät zugewiesen ist, sondern auch, wo es physisch steht.

Statustypen nutzen: Snipe-IT kommt mit konfigurierbaren Statustypen: „Einsatzbereit“, „Zugewiesen“, „In Reparatur“, „Ausgemustert“. Konsequent gepflegt, zeigen sie dir jederzeit, welche Geräte tatsächlich verfügbar sind.

Snipe-IT-Dashboard mit Zählern für Assets, Lizenzen und Zubehör, den letzten Aktivitäten und einem Kreisdiagramm der Assets nach Status

Snipe-IT vs. die Excel-Tabelle

Natürlich kannst du dein Inventar auch in Excel verwalten. Für den Anfang funktioniert das sogar. Aber Excel hat ein paar fundamentale Schwächen:

  • Keine Historie: Wer hatte das Gerät vorher? Wann wurde es gekauft? Excel weiß das nur, wenn du es manuell pflegst.
  • Keine Benachrichtigungen: Excel warnt dich nicht, wenn eine Lizenz abläuft.
  • Keine Rollen und Rechte: Wer die Tabelle öffnen kann, sieht und ändert alles. In Snipe-IT legst du fest, wer nur nachschaut und wer Geräte ausbuchen darf.
  • Kein Check-out/Check-in: Ausleihe und Rückgabe lassen sich nicht sauber abbilden.
  • Keine QR-Codes: Die Inventur bleibt ein manueller Akt.

Snipe-IT löst all diese Probleme – und ist trotzdem nicht komplizierter als nötig. Du brauchst kein ITIL-Zertifikat, um damit zu arbeiten.

Häufige Fragen zu Snipe-IT

Ist Snipe-IT kostenlos? Ja. Snipe-IT ist Open Source (AGPL-3.0) und ohne Lizenzkosten nutzbar. Für den Betrieb ohne eigenen Server gibt es Managed Hosting inklusive Updates und Backups.

Brauche ich spezielle Hardware für die Barcodes? Nein. Snipe-IT erzeugt QR-Codes und 1D-Barcodes zum Ausdrucken; zum Scannen reicht ein Smartphone oder ein gängiger Barcode-Scanner.

Kann ich aus meiner Excel-Liste umziehen? Ja, Snipe-IT bietet einen CSV-Import. Du kannst bestehende Geräte und Lizenzen also übernehmen, statt alles neu zu erfassen.

Funktioniert Snipe-IT auch für „Nicht-IT-Assets“? Ja, absolut! Snipe-IT ist zwar primär für IT-Assets gebaut, aber technisch verwaltet es einfach „Dinge mit Seriennummer/Asset-Tag“ - die Kategorie ist frei wählbar. Das ist beispielsweise für Leihläden interessant. Aber: Stand heute gibt es keine Zeitfenster-Reservierung und keine klassichen „Bibliotheks-Features“ wie automatisches Mahnwesen .

Fazit

IT-Asset-Management klingt nach etwas, das nur Konzerne brauchen. Tatsächlich profitiert aber jedes Team davon, das mehr als eine Handvoll Geräte und Lizenzen verwaltet. Wer früh anfängt – am besten schon beim IT-Setup fürs Startup – hat später entsprechend weniger Altlasten aufzuarbeiten.

Der Einstieg ist überschaubar: Kategorien, Modelle und Standorte anlegen, dann die vorhandenen Geräte erfassen – danach wächst das Inventar mit jeder Anschaffung mit. Wer dafür keinen eigenen Server betreiben will, bekommt Snipe-IT auch gehostet mit Updates und Backups.

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Bei server.camp betreiben wir Snipe-IT EU-hosted und DSGVO-konform – inklusive Updates und Backups. So fängst du mit Asset-Management an, statt einen Server dafür aufzusetzen.

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