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Single Sign-On (SSO) einrichten

Du kannst dein Seafile so konfigurieren, dass sich deine Nutzer per Single Sign-On (SSO) über deinen Identity-Provider anmelden. Seafile authentifiziert dabei per OAuth2/OpenID Connect gegen Authentik – deine Mitarbeitenden melden sich mit ihrem zentralen Konto an und müssen nicht vorab in Seafile angelegt werden.

Die Einrichtung erfolgt als Self-Service direkt im server.camp-Portal – du brauchst keinen Support und die Funktion steht in allen Tarifen zur Verfügung.

Voraussetzungen

  • Ein aktives Seafile-Abonnement bei server.camp
  • Eine erreichbare Authentik-Instanz (z. B. Managed Authentik bei server.camp)
  • Admin-Zugang zu beiden Systemen

Schritt 1 – Provider in Authentik anlegen

  1. In Authentik öffne Anwendungen → Provider
  2. Klicke auf “Erstellen” → Typ: OAuth2/OpenID Connect
  3. Fülle die Felder aus:
  • Name: Seafile
  • Client Type: Confidential
  • Redirect URIs / Callback-URI:
    https://<deine-seafile-domain>/oauth/callback/
    
    Achte auf den abschließenden Schrägstrich – die URI muss exakt so hinterlegt sein.
  • Signing Key: Den Standardschlüssel auswählen (bereits vorhanden)
  1. Speichern – Authentik generiert automatisch Client ID und Client Secret. Beide Werte brauchst du später im Portal.
Client-ID und Secret notieren
Öffne den gerade erstellten Provider erneut und kopiere Client ID und Client Secret in einen Texteditor. Du brauchst sie gleich im server.camp-Portal.

Schritt 2 – Anwendung in Authentik anlegen

  1. Gehe zu Anwendungen → Anwendungen“Erstellen”
  2. Felder ausfüllen:
  • Name: Seafile
  • Slug: seafile
  • Provider: den gerade erstellten Seafile-Provider auswählen
  1. Optional: Unter UI Einstellungen ein Seafile-Logo hochladen und die Launch-URL auf https://<deine-seafile-domain> setzen
  2. Speichern
Zugang auf Gruppen beschränken (empfohlen)
Öffne die Anwendung → Reiter Policy / Group / User Bindings → “Erstellen” → Group → diejenige Gruppe wählen, die Zugang zu Seafile erhalten soll (z. B. alle-mitarbeiter). So können sich nur Mitglieder dieser Gruppe über Authentik in Seafile einloggen.

Schritt 3 – Endpunkte ermitteln

Seafile arbeitet mit expliziten OAuth2-Endpunkten (keine Discovery). Du benötigst drei URLs deiner Authentik-Instanz. Ersetze dabei <deine-authentik> durch deine tatsächliche Authentik-Adresse:

Endpunkt URL
Authorization-URL https://<deine-authentik>/application/o/authorize/
Token-URL https://<deine-authentik>/application/o/token/
Userinfo-URL https://<deine-authentik>/application/o/userinfo/

Diese Endpunkte sind bei Authentik instanzweit gleich und unabhängig vom Slug der Anwendung.

Schritt 4 – Seafile im server.camp-Portal konfigurieren

Öffne im Kundenportal die Konfiguration deines Seafile-Abonnements und trage die folgenden Werte ein:

Feld Wert
Single Sign-On aktivieren Angehakt
Provider-Domain Zugelassene E-Mail-Domain deiner Nutzer, z. B. deine-firma.de
Client-ID Aus Authentik (Schritt 1)
Client-Secret Aus Authentik (Schritt 1)
Authorization-URL https://<deine-authentik>/application/o/authorize/
Token-URL https://<deine-authentik>/application/o/token/
Userinfo-URL https://<deine-authentik>/application/o/userinfo/
Scopes openid profile email (Standard)
Nur SSO-Login Optional – blendet das lokale E-Mail/Passwort-Login aus (Anmeldung nur noch über SSO)

Speichern und warten, bis die Bereitstellung abgeschlossen ist (ca. 1–2 Minuten). Auf der Login-Seite von Seafile erscheint danach zusätzlich ein Button zur Anmeldung über deinen Provider.

„Nur SSO-Login“ erst nach erfolgreichem Test aktivieren
Aktiviere „Nur SSO-Login" erst, wenn du dich per SSO anmelden kannst — sonst sperrst du dich aus. Dann ist das lokale E-Mail/Passwort-Login deaktiviert und die Anmeldung läuft ausschließlich über deinen Identity-Provider.
Kein Attribut-Mapping nötig
Seafile nutzt die E-Mail-Adresse als Login. Das Attribut-Mapping (eindeutige ID, E-Mail und Name) übernimmt die Plattform automatisch. Nutzer müssen nicht vorab in Seafile angelegt werden – ihr Konto wird beim ersten SSO-Login angelegt.

Schritt 5 – Login testen

  1. Seafile im Browser öffnen und ggf. abmelden
  2. Auf der Login-Seite erscheint ein Button zur Anmeldung über deinen Provider
  3. Button anklicken – du wirst zu Authentik weitergeleitet
  4. Nach der Authentifizierung (und ggf. 2FA) landet der Nutzer zurück in Seafile und ist angemeldet
Erst testen, dann umstellen
Das klassische Login-Formular bleibt neben dem SSO-Button erhalten. So kommst du bei einer fehlerhaften Konfiguration weiterhin mit deinem lokalen Admin-Konto hinein.

Fehlerbehebung

  • “redirect_uri mismatch” bei Authentik: Prüfe, ob die Redirect-URI exakt hinterlegt ist – inklusive Pfad (/oauth/callback/) und abschließendem Schrägstrich. https://<deine-seafile-domain>/oauth/callback (ohne Slash) führt zu diesem Fehler.
  • Anmeldung wird abgelehnt, obwohl die Zugangsdaten stimmen: Prüfe, ob die Provider-Domain im Portal zur E-Mail-Domain der Nutzer passt. Meldet sich z. B. max@deine-firma.de an, muss die Provider-Domain deine-firma.de lauten. Stimmt sie nicht überein, verweigert Seafile den Login.
  • Kein SSO-Button sichtbar: Ist “Single Sign-On aktivieren” angehakt und die Bereitstellung im Portal abgeschlossen?

Noch Fragen?

Bei Problemen mit der SSO-Integration erreichst du unseren Support über das Kundenportal.