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Bestehende Nextcloud migrieren

Du nutzt bereits Nextcloud und möchtest zu server.camp umziehen? Das geht – und in beiden Fällen bleiben deine Dateien, Kalender und Kontakte erhalten. Welcher Weg der richtige ist, hängt an genau einer Frage: Kommst du an den Server und die Datenbank deiner Nextcloud heran oder nicht?

Deine Ausgangslage Weg Wer macht’s Ausfallzeit
Managed Nextcloud bei einem anderen Anbieter, kein Server-Zugriff Benutzer-Export du selbst, im Self-Service keine
Selbst gehostet, mit Server- und Datenbank-Zugriff Vollständige Migration wir, im Wartungsfenster ja, je nach Datenmenge (ab ca. 2 - 4 Stunden)
Vor dem Umzug: Nextcloud-Hosting bestellen
Für beide Wege brauchst du zuerst eine Nextcloud-Subscription bei server.camp – du kannst Nextcloud 30 Tage kostenlos testen und die Migration schon in der Testphase durchspielen.

Weg A – ohne Server-Zugriff: pro Benutzer umziehen

Sitzt deine Nextcloud bei einem Anbieter, der dir keinen Shell- und Datenbank-Zugriff gibt, kommst du an kein vollständiges Backup. Dann ziehst du Konto für Konto um – mit der Nextcloud-App Benutzer-Migration. Sie packt ein Benutzerkonto in eine einzige Archivdatei (<benutzer>.nextcloud_export), die du in der neuen Instanz wieder einliest.

Voraussetzungen

  • Die App Benutzer-Migration (user_migration) muss auf beiden Seiten installiert und aktiviert sein. Sie ist nicht Teil der Nextcloud-Standardinstallation, sondern kommt aus dem App Store.
  • In deiner Instanz bei server.camp installierst du sie als Admin unter Apps → Werkzeuge (Kategorie Tools) und aktivierst sie.
  • Auf der Quellseite brauchst du Admin-Rechte, um sie zu installieren – oder der Anbieter hat sie schon aktiviert. Kann er das nicht, bleibt dir der Weg über den Desktop-Client (siehe unten).

Ablauf

  1. Export in der alten Instanz – jede Person öffnet Persönliche Einstellungen → Migration, wählt aus, was mitkommen soll (Dateien, Einstellungen, Profil, Profilbild, Kalender, Kontakte) und startet den Export. Nextcloud legt die Archivdatei anschließend im eigenen Dateibereich ab.
  2. Archiv herunterladen – die Datei <benutzer>.nextcloud_export lokal speichern.
  3. Benutzer in der neuen Instanz anlegen – als Admin unter Benutzer → Neuer Benutzer, oder du bindest gleich Single Sign-On an.
  4. Import – die Person lädt das Archiv unter Persönliche Einstellungen → Migration wieder hoch und startet den Import.
Große Konten: Import über uns
Unsere Instanzen nehmen Uploads bis 1 GB an. Ein Konto mit vielen Daten erzeugt schnell ein größeres Archiv – das lässt sich dann nicht über die Weboberfläche einlesen. In diesem Fall übernehmen wir den Import serverseitig mit occ user:import; melde dich einfach bei unserem Support. Dasselbe gilt für den Export: mit Admin-Zugriff auf der Quellseite geht er auch per occ user:export <benutzer> <zielordner>.

Was nicht mitkommt

Das Archiv ist die Kopie eines Kontos – alles, was zur Instanz als Ganzes gehört, steckt nicht darin und musst du in der neuen Instanz neu anlegen:

Nacharbeit Was zu tun ist
Gruppen und Mitgliedschaften Neu anlegen, bevor du Freigaben wieder einrichtest
Freigaben zwischen Benutzern Neu setzen – das Archiv kennt die Empfänger der alten Instanz nicht
Öffentliche Links Neu erzeugen; alte Links enthalten die alte Domain und werden ungültig
Admin- und Systemeinstellungen Neu konfigurieren (Sprache, Kontingente, Freigabe-Regeln, Passwort-Richtlinien)
Externe Speicher Neu einrichten, inklusive Zugangsdaten
App-Passwörter für Geräte Neu erzeugen und in den Clients hinterlegen
Konfiguration einzelner Apps Je App prüfen – ob eine App ihre Daten exportiert, entscheidet die App selbst
Nur Dateien? Dann reicht der Desktop-Client
Geht es dir ausschließlich um die Dateien, brauchst du die App gar nicht: Synchronisiere mit dem Nextcloud Desktop-Client alles aus der alten Instanz auf deinen Rechner, verbinde den Client dann mit der neuen Instanz und lade den Ordner dort wieder hoch. Das ist langsamer, funktioniert aber ohne jede Mitwirkung des alten Anbieters. Kalender und Kontakte exportierst du in diesem Fall separat als .ics- bzw. .vcf-Datei.
Beide Instanzen parallel = doppelte Wahrheit
Solange in der alten Instanz weitergearbeitet wird, entstehen dort Dateien und Änderungen, die ein bereits erstelltes Archiv nicht mehr enthält. Lege deshalb einen Stichtag fest, ab dem alle nur noch in der neuen Instanz arbeiten – und setze die alte Instanz danach auf schreibgeschützt oder ab.

Weg B – von einer eigenen Instanz: vollständige Migration

Betreibst du Nextcloud bislang selbst und kommst an Dateisystem und Datenbank heran oder kannst dir vom Anbieter einen Export generieren lassen, gehen wir den vollständigen Weg: Du erstellst ein Backup, wir spielen es bei uns ein. Das Ergebnis ist eine 1:1-Kopie deiner Instanz – inklusive Benutzer, Gruppen, Freigaben, Kalender, Kontakte, Datei-Versionen und Papierkorb.

Vorgehen und Dateien entsprechen den offiziellen Nextcloud-Anleitungen Backup, Restore und Migrating to a different server.

Ablauf im Wartungsfenster

Wir vereinbaren mit dir einen Zeitraum, in dem du auf deine Nextcloud verzichten kannst und wir das Backup in Ruhe einspielen und prüfen können.

  1. Du setzt deine Instanz in den Wartungsmodus, damit das Backup konsistent ist und danach nichts mehr geschrieben wird.
  2. Du erzeugst das Backup und übergibst uns die Dateien – Schritt für Schritt beschrieben unter So erstellst du das Backup.
  3. Wir stellen Datenbank und Daten in deiner neuen Instanz wieder her, übernehmen die Schlüsselwerte aus deiner config.php und validieren den Import per occ files:scan --all sowie occ maintenance:data-fingerprint.
  4. Wir geben die Instanz frei, du nimmst sie ab.
  5. Du stellst DNS um und informierst deine Nutzer, dass sich ihre Clients neu verbinden müssen. Die alte Instanz bleibt abgeschaltet, damit nicht parallel in zwei Systeme geschrieben wird.
Vorab-Sync verkürzt die Ausfallzeit deutlich
Bei Nextcloud bestimmt fast ausschließlich die Datenmenge die Dauer – ein data-Verzeichnis mit mehreren hundert GB überträgt sich nicht in Minuten. Deshalb kopieren wir die Daten gern zweistufig: Du überträgst den Großteil schon vor dem Wartungsfenster im laufenden Betrieb, und im Fenster selbst kommt nur noch der Rest dazu. Der eigentliche Umzug dauert dann oft nur noch eine Stunde. Sprich uns darauf an, wenn du mehr als ein paar Dutzend GB hast.

Was wir von dir brauchen

Am Ende brauchen wir im Wesentlichen vier Dinge:

Datei bzw. Verzeichnis Inhalt
Datenbank-Dump (.sql) Benutzer, Gruppen, Freigaben, Kalender, Kontakte, Datei-Metadaten, App-Daten.
data/ Die eigentlichen Dateien, Datei-Versionen und Papierkorb-Inhalte – und, falls du Verschlüsselung nutzt, die Verschlüsselungsschlüssel.
config/config.php Deine Instanz-Konfiguration. Kritisch: sie enthält secret, passwordsalt und instanceid.
themes/ und eigene Apps Nur falls du ein eigenes Theme oder selbst installierte Apps außerhalb des App Stores nutzt. Sonst entfällt das.
config.php ist der kritische Teil
Die Werte secret, passwordsalt und instanceid aus deiner config.php dürfen nicht neu erzeugt werden – Nextcloud verschlüsselt damit unter anderem die Zugangsdaten externer Speicher und deine App-Passwörter. Nutzt du zusätzlich die serverseitige Verschlüsselung, kommt es noch härter: Nextcloud formuliert es so, dass der Verlust der Schlüssel oder des Instance-Secrets zu dauerhaftem Datenverlust führt. Die Schlüssel liegen in data/<benutzer>/files_encryption und data/files_encryption – sie kommen also mit dem data-Verzeichnis mit, solange du es vollständig überträgst. Sichere config.php deshalb als Erstes und sag uns vorab, ob bei dir Verschlüsselung aktiv ist.
Redis brauchen wir nicht
Deine Nextcloud nutzt Redis oder Memcached vermutlich als Cache. Der ist reine Beschleunigung und enthält keine dauerhaften Daten – wir brauchen davon nichts. Angemeldete Sitzungen gehen dabei verloren, das heißt: alle Nutzer melden sich nach dem Umzug einmal neu an.

Vorab klären: Version und Datenbank

Version und Datenbanktyp müssen passen
Wir betreiben eine feste Nextcloud-Version mit MariaDB. Beides müssen wir vor dem Wartungsfenster abgleichen, nicht darin.
  • Deine Version ermitteln: Sie steht in der Weboberfläche unter Verwaltungseinstellungen → Übersicht, alternativ per occ status.
  • Unsere Zielversion erfragen: Wir hosten aktuell Nextcloud 34. Weil wir Versionen regelmäßig aktualisieren, nennt dir unser Support den genauen Stand zum Zeitpunkt deiner Migration.
  • Bist du älter? Dann hebe deine Instanz vor dem Backup auf unseren Stand. Wichtig: Nextcloud lässt keine übersprungenen Major-Versionen zu – von 31 auf 34 geht es nur über 32 und 33, Schritt für Schritt. Das ist der bevorzugte Weg, weil die Upgrades so auf deinem System laufen und nicht unter Zeitdruck im Wartungsfenster.
  • Datenbank: Läuft bei dir MySQL oder MariaDB, passt der Dump direkt. Nutzt du SQLite, konvertierst du vorher mit occ db:convert-type nach MariaDB. Kommst du von PostgreSQL, gibt es keinen offiziellen Konvertierungsweg – sag uns das bitte früh, dann planen wir das gemeinsam oder gehen für die Konten den Weg A.

So erstellst du das Backup

Die folgenden Schritte entsprechen der offiziellen Anleitung und gehen von einer klassischen Installation unter /var/www/nextcloud mit MariaDB aus. Passe die Pfade an deine Installation an; läuft deine Nextcloud in Docker, findest du den Hinweis dazu weiter unten.

Schritt 1 – Wartungsmodus aktivieren, damit während des Backups nichts mehr geschrieben wird:

sudo -u www-data php /var/www/nextcloud/occ maintenance:mode --on

Schritt 2 – Datenbank sichern:

mysqldump --single-transaction -h localhost -u nextcloud -p nextcloud > nextcloud-db.sql

Schritt 3 – Verzeichnisse sichern. Das data-Verzeichnis ist der große Brocken – hier entstehen die Stunden:

rsync -Aavx /var/www/nextcloud/config/ nextcloud-backup/config/
rsync -Aavx /var/www/nextcloud/themes/ nextcloud-backup/themes/
rsync -Aavx /var/www/nextcloud/data/   nextcloud-backup/data/

Schritt 4 – Das Ergebnis prüfen. Für uns liegen dann diese vier Dinge bereit:

nextcloud-db.sql
nextcloud-backup/data/
nextcloud-backup/config/config.php
nextcloud-backup/themes/          # nur bei eigenem Theme

Die Instanz lässt du danach im Wartungsmodus bzw. abgeschaltet, bis der Umzug abgenommen ist.

Docker und andere Installationsarten
Läuft deine Nextcloud in Docker, führst du occ per docker exec -u www-data <containername> php occ maintenance:mode --on aus; config/, data/ und themes/ liegen dann in den gemounteten Volumes, und den Datenbank-Dump erzeugst du im Datenbank-Container (docker exec <db-container> mysqldump …). Nutzt du Nextcloud All-in-One, gibt es dort ein eigenes Backup- und Migrationsverfahren – melde dich in diesem Fall bei uns, bevor du anfängst. Bist du unsicher, welcher Fall bei dir vorliegt: frag uns einfach vorher.

Übergabe der Dateien

Das data-Verzeichnis ist typischerweise der größte Teil und wird schnell mehrere hundert GB groß. Für die Übergabe stellen wir dir einen Upload-Bereich bereit, alternativ per scp/rsync in ein von uns vorbereitetes Verzeichnis – bei großen Datenmengen ist rsync die bessere Wahl, weil es sich wiederholen und fortsetzen lässt.

config/config.php enthält Secrets im Klartext. Übergib sie deshalb getrennt von den Daten und verschlüsselt – etwa als Eintrag in einem geteilten Vaultwarden-Tresor, per Hemmelig oder GPG-verschlüsselt.

Deine config.php übernehmen wir nicht 1:1

Deine Instanz bei server.camp konfigurieren wir plattformseitig – Reverse Proxy, Zertifikate, Datenbank, Cache, Cron und die Performance-Parameter setzen wir selbst und leiten sie aus deinem Tarif ab. Eine eingelegte config.php würde beim nächsten Deployment überschrieben.

Wir lesen sie deshalb, gehen sie bei Bedarf mit dir durch und entscheiden je Einstellung:

Einstellung in deiner config.php Bei server.camp
secret, passwordsalt, instanceid Übernehmen wir unverändert – ohne sie sind verschlüsselte Werte verloren
trusted_domains, overwrite*, dbhost und Zugangsdaten Setzen wir plattformseitig – siehe Eigene Domain
datadirectory, Speicherpfade Liegt bei uns fest; Speicher bleibt immer bei server.camp
Mailversand Standardmäßig unser Mailversand; ein eigener Mailserver ist im Portal konfigurierbar
Redis/Memcache, Cron, PHP-Limits Leiten wir aus der Ressourcenzuordnung deines Tarifs ab
Office-Anbindung (Collabora, OnlyOffice, Euro-Office) Stellt die Plattform bereit, Auswahl im Kundenportal
LDAP, SAML, OIDC und andere funktionale Einstellungen Übernehmen wir

Schick uns die config.php deshalb früh, nicht erst am Tag des Umzugs: Alles, was übernommen werden soll, ist eine Änderung an deiner Subscription – und die planen wir gemeinsam vor dem Wartungsfenster.

Nach der Migration

Diese Punkte gelten für beide Wege:

  • Eigene Domain: Willst du deine bisherige Domain weiternutzen, richten wir sie mit dir ein – siehe Eigene Domain.
  • Clients neu verbinden: Nach dem Umzug müssen sich Desktop- und Mobil-Clients einmal neu anmelden. Ändert sich dabei die Adresse, legen deine Nutzer das Konto im Client mit der neuen Server-URL neu an – die lokalen Ordner bleiben erhalten und werden nur abgeglichen, nicht neu heruntergeladen.
  • Kalender und Kontakte in externen Programmen: In Thunderbird, auf dem iPhone oder in Outlook hinterlegte CalDAV- und CardDAV-Adressen zeigen ggf. noch auf die alte Domain und müssen angepasst werden.
  • Öffentliche Links: Freigabe-Links enthalten die Domain. Unter einer neuen Adresse funktionieren die alten Links nicht mehr – informiere die Empfänger oder erzeuge die Links neu.
  • Externe Speicher prüfen: Unter Verwaltungseinstellungen → Externer Speicher einmal kontrollieren, ob alle Anbindungen grün sind. Zugangsdaten sind mit secret verschlüsselt und funktionieren nur weiter, wenn dieser Wert mitgekommen ist (Weg B).
  • Verschlüsselung prüfen (nur Weg B): Nutzt du die serverseitige Verschlüsselung, öffne nach dem Umzug testweise Dateien mehrerer Benutzer, bevor du die alte Instanz freigibst.
  • Backups und Monitoring laufen ab dem ersten Deployment automatisch. Du musst nichts einrichten.
  • Alte Instanz: Lass sie abgeschaltet – aber noch nicht gelöscht –, bis du die Migration abgenommen hast und ein paar Tage produktiv auf der neuen Instanz gearbeitet wurde.

Migration anfragen

Schreib uns über das Kundenportal, wenn du umziehen möchtest. Hilfreich für die erste Antwort sind diese Angaben:

  • Hast du Server- und Datenbank-Zugriff auf deine bisherige Nextcloud oder liegt sie bei einem Anbieter?
  • Welche Nextcloud-Version läuft bei dir (Verwaltungseinstellungen → Übersicht)?
  • Welche Datenbank nutzt du – MariaDB/MySQL, PostgreSQL oder SQLite?
  • Ist die serverseitige Verschlüsselung aktiv?
  • Wie groß ist dein Datenbestand (Anzahl Benutzer, Größe des data-Verzeichnisses)?
  • Gibt es einen Wunschtermin für das Wartungsfenster?

Beim Benutzer-Export nach Weg A kannst du ohne Rückfrage direkt starten – melde dich einfach, wenn etwas nicht wie erwartet läuft.